Stadtradeln 

Vom 01. bis 21. September 2020 beteiligte sich unsere Gemeinde  am "Stadtradeln"
Von der SPD-Fraktion seit Jahren angeregt, ging unsere Gemeinde nun erstmalig an den Start.
Um es vorwegzunehmen: Es war ein voller Erfolg!

Statment vor dem Beginn

Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne und viel Fahrrad fahre. Und trotzdem war es keine leichte Entscheidung, als ich von der Verwaltung gefragt wurde, ob ich als Ortsvorsteherin als „STADTRADELN-Star“ an den Start gehen möchte. Komplett auf das Auto verzichten? Medienwirksam den Autoschlüssel im Rathaus abgeben? Kommt bei unserer fünfköpfigen Familie (davon vier Führerscheininhaber) nicht in Frage.  Aus beruflichen Gründen wird immer mal wieder das Auto benötigt, sei es, um eine riesige Leinwand von A nach B zu transportieren (wirklich unmöglich im ÖPNV), sei es, um weit entfernte Drehorte „im Nirgendwo“ zu erreichen. 

Ich habe aber nach reiflicher Überlegung beschlossen, dass ich das Experiment wage und mich der Herausforderung stelle, um mit gutem Beispiel für alle voran zu gehen. 

Hoffen wir, dass das Wetter noch eine Weile mitspielt, denn als ich gestern (natürlich mit dem Fahrrad : ) nach Hause fuhr, bin ich komplett durchgeweicht… aber wie heißt es so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.

In diesem Sinne, herzlich

Kathrin Freundner 


Tag 20: Ab durch die Mitte!


Fahrradsonntag ist traditionell immer auch mit dem Vereinspokalschießen bei der „Schützengilde 1920“ verbunden. Da in diesem Jahr alles etwas anders ist, radeln heute alle Teilnehmer unserer Mannschaft separat direkt zum Schützenplatz: Für uns als Team des SPD-Ortsvereins gilt es, den sehr guten 3. Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen, schauen wir mal... 
Danach geht es weiter zur Seewiese Ferch, die mittags schon gut gefüllt ist. Die Fercher Obstkistenbühne unterhält hier die Rastenden mit ihrem Programm und ich treffe auf etliche "Stadtradler" der anderen Mannschaften. 
Der alljährliche Fahrradsonntag ist immer ein großes Ereignis bei uns am Schwielowsee, aber natürlich sind die Radwege heute extrem voll, so dass ich später am Abend noch einmal aufs Rad steige, um nun die Stille zu genießen.

Tag 1 - 21: Fazit

Meine einzige Sorge, bezüglich des Wetters, stellte sich als vollkommen unbegründet heraus. Ich bin kein einziges Mal in diesen drei Wochen nass geworden. Da es die spätsommerlichen Temperaturen aber wirklich gut mit uns meinten, musste ich meinen Fahrstil oft anpassen von „auf Tempo“ auf „gemütlich“, denn wer will schon verschwitzt bei einem Termin ankommen, geschweige denn derangiert an einer Sitzung teilnehmen. Also mehr Zeit einplanen für eine Strecke. Aber das war alles machbar. 
Schwieriger war es allerdings für mich, die ich freiberuflich tätig bin und keinen Nine to Five Job habe, die täglichen Kilometer „zu machen“, denn das Arbeitshaus befindet sich nur wenige Meter neben unserem Wohnhaus... Ich fahre zwar schon immer viel Rad, aber um mit meinen Teamkollegen mitzuhalten, kamen viele der gefahrenen Kilometer nicht mal eben so zustande, sondern ich musste teilweise extra Zeit einplanen. War zwar machbar, aber ein Zeitfaktor, der letztendlich auf Kosten der Familienzeit ging... 

Für das „Offene Team Schwielowsee“ habe ich mich übrigens ganz bewusst entschieden, um Menschen, die sich keiner Gruppierung zugehörig fühlten, zu zeigen, dass es auch einfach nur darum gehen kann, in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten zu radeln, ohne aber in einer bestimmten Schublade einsortiert zu werden. 

Die Bedingungen für uns „Stadtradelstars“ möchte ich auch noch einmal bitten zu überdenken: 

Kein Auto von innen sehen? Ups, dagegen habe ich dann bei der Besichtigung des neuen Feuerwehrautos wohl glatt verstoßen, weil ich mir das neueste Schmuckstück unserer Freiwilligen Feuerwehr Caputh genauesten hab erklären lassen, natürlich nicht bei Fahrbetrieb ; )

E-Bikes nennen wir in der Familie scherzhaft „Motor-Räder“, denn genau genommen sind sie nichts anderes. Wie also in Zukunft gefahrene Kilometer gerecht abrechnen?

ÖPNV- und Bahnfahrten sind ebenfalls erlaubt, obwohl die DB ja bekanntlich auch anteilig Kohle- und Atomstrom benutzt : (

Wir haben ein erdgasbetriebenes Familienauto, das wir mit Biogas betanken, CO 2 neutraler geht es eigentlich gar nicht ... Es gibt also noch viel zu bedenken bei den Regularien.


Dass die App leider nicht immer funktioniert hat, war schon schade. So musste man dann noch nachträglich mit seiner altbewährten Fahrrad-App die Kilometer nachvollziehen. Also auch noch quasi Buchhaltung on top... 
Nichtsdestotrotz haben mir die drei Wochen Stadtradeln wirklich viel Spaß gemacht, sie haben gezeigt, dass man im Alltag wirklich öfter das Auto stehen lassen kann und sollte. Gerade im Stadtverkehr ist das Rad oft auch die schnellere Alternative. 
Interessante Gespräche mit ähnlich Fahrradbegeisterten haben sich über die Stadtradel-Thematik immer wieder im Lauf dieser Zeit ergeben. Das Thema Fahrradfahren ist derzeit präsenter bei allen als eh und je. 
Daher bin ich sehr froh und dankbar, dass sich unsere Gemeinde letzten Endes zur Teilnahme am Stadtradeln durchringen konnte, so wie es unsere Fraktion schon seit vielen Jahren immer wieder angeregt hat : )) 

Danke an alle, die in den vergangenen drei Wochen so fleißig für unsere Gemeinde in die Pedalen getreten sind! 
Wir sehen uns - natürlich beim Fahrradfahren, 

herzlich , 
Kathrin Freundner